Samstag, 5. Februar 2011

Innehalten

(Bild via We heart it)

Ich habe dieses Buch wahrscheinlich in meiner Gymerzeit gelesen. Nun, fast gelesen. Ich überflog es, das weiss ich noch, und blieb an seinem Schluss hängen. So sehr, dass ich ihn mir notierte. Vorgestern bin ich in der Buchhandlung geradewegs an dieses Buch herangelaufen... Und der Text hält mich immer noch in seinem Bann:

Die Liebe kennt weder Vollkommenheit noch die Garantie für ewige Dauer. Die Liebe unterliegt dem Pulsschlag der Zeit, wie alles Lebendige. Sie überlebt oder sie vergeht, sie strauchelt und erhebt sich wieder. Und wenn sie lebt, so kann sie auch sterben. Das ist zugleich das Schöne an ihr. Etwas kann nur dann grossartig und bewegend sein, wenn es die Möglichkeit seines Endes in sich trägt. Kampf und Erhalt, vereinter Kampf von Körper und Herz. Niederlage oder Sieg einer Stunde über die vorangegangene [...] Langsam vorwärtsgehen, durch alle Gefahren, Schritt für Schritt. Ist die ewige, vollkommene Liebe von unvergänglicher Schönheit? Ist die tragische Liebe von tragischer Schönheit? Ist eine neu entstehende Liebe mit all ihrem Glückstaumel von überwältigender Schönheit? Für mich zählt eine andere Schönheit viel mehr - eine Schönheit, die weder unvergänglich noch überwältigend noch tragisch ist. Sie ist schwerfällig, schwierig, doch wahrhaftiger. Diese Schönheit besitzt eine Liebe weder in dem Moment, in dem sie entsteht, noch in dem Moment, in dem sie stirbt. Nur die Liebe, die lebendig ist, besitzt sie.

Aus "Auf der Suche nach Marie" von Madeleine Bourdouxhe



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Kommentare:

Priska hat gesagt…

... du glaubst es nicht- ich wollte genau dieses bild gestern auch beinahe für einen post verwenden...
:) hallo frau seelenschwester...

Franziska hat gesagt…

:DDDDD*