Sonntag, 27. März 2011

Auf der Suche nach Inspiration...

Wenn schon Oper, dann richtig, sagten wir uns gestern und betraten das Berner Stadttheater aufgerüscht von der Sohle bis zum Scheitel, um uns in Mozarts Oper aller Opern, Don Giovanni, zu verlieren. Da treffen die süssesten Melodien auf die bittersten Charakterzüge, es wird geliebt, gerächt, geschmerzt und gelogen bis zum schwarzen Ende. Ein Klassiker.

Völlig begeistert vom reduzierten Bühnenbild (weisse Tücherwasserfälle, Kronleuchtergeschwader!), wirkungsvollen Regieeinfällen (der Orgientisch, der Einbezug des Publikumsraumes!) und schönen Stimmen (bis auf dieses eine unglückliche Miscasting, das mir noch beim Nachgedanken daran die Haare zu Berge stellt, da man bei jedem Ton fürchten musste, der Gute würde entgleisen und elendiglich gegen die Wand knallen mit seinen Passagen) hat es mich dennoch ein wenig in den Fingern gejuckt, endlich einmal mehr schauspielerische Authentizität in diese Opernkisten zu bringen. Es ist einfach nicht sehr bedrohlich, wenn die Darsteller ihre Fäustchen ballen und vier Minuten lang davon singen, einen kurz und klein zu schlagen, ohne jemals wirklich angriffig auszusehen. Seufz...

Nichtsdestotrotz, wer die Chance hat, sollte unbedingt ein Date mit Don Giovanni ausmachen. Die Vorstellungen laufen noch bis zum 17. Juni 2011.




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Kommentare:

Harald Jenk hat gesagt…

Die Inszenierung hat mir auch sehr gut gefallen.Man merkt, Don Giovanni ist immer noch aktuell.

Franziska hat gesagt…

Hust ja, das Ganze kam einem irgendwie wie eine dieser Realityshows auf MTV vor...