Dienstag, 15. März 2011

Innehalten

Manchmal passieren Dinge, die sich nicht in Worte fassen lassen. Zu unzulänglich sind sie für das, was passiert. Jedes gute Wort zu klein für das Leid, jeder Gedanke zu weit weg. Verständnis lässt sich nicht innerhalb von zwei Punkten verpacken, einordnen. Erklärungen scheitern an der Ohnmacht, dass da Dinge passieren, die grösser sind als unser kleiner Intellekt, unser begrenztes Herz.

Es gibt kein Rezept, um zu begreifen, was in Lybien, was in Japan passiert, keinen Patentweg, wie mit dem Schmerz und dem Leid umzugehen, dem schieren Ausmass, der Katastrophe, welche diese Ereignisse für jedes einzelne Leben bis hin zum Körper einer ganzen Gesellschaft haben.

Man möchte seine Hand, sein Herz ausstrecken und helfen, lindern, wieder gut machen. Doch wie? Ich bin sicher, es gibt zwischen Verzweiflung und Ignoranz Mittel und Wege. Noch weiss ich nicht genau, welche.


------

Dessertträume




Man kann gar nicht genug tun, um den Frühling mit allen Würden ins Land zu locken: sich zu leicht anziehen, bei jedem Sonnenstrahl alles liegen und stehen lassen, um ihn mit dem Himmel zugestrecktem Gesicht aufzusaugen, Kuchen backen und sie mit Blumen verzieren... merci, dass du endlich gekommen bist, lieber Herr Lenz!

Apfelmohnkuchen, Rezept via Die Butter
(Dieser Kuchen hat meine Küche übrigens noch vor meiner Fastenzeit verlassen... falls ihr euch die Frage nach meinem Durchhaltewillen gestellt habt *zwinker*.)





~~~~~~

Montag, 14. März 2011

Ohrmuschel




~~~~~~

Glück ist ...



... eine allerbeste Freundin, eine Seelenschwester, zu haben, der man sich nie erklären muss, weil sie weiss, was man meint, wenn man es sagt. Eine die da ist egal was ist, eine, welche die Courage hat, den Finger dorthin zu legen, wo der wunde Punkt ist, deren Arme, Gedanken und Herz immer für eine Umarmung bereit sind, eine, mit der man um sechs Uhr morgen auf dem Küchenboden liegen und sich ein Seitenstechen anlachen kann, eine, die weiss, wie wichtig Schoggiglace ist, eine wie meine allerbeste Freundin. Merci Priska!


~~~~~~

Innehalten




Eagle Man / Changing Woman

Eagle man, climbing the skies.
Red light of evening falls like rain.
Rainbow's my yarn the sky is my loom
I will weave sunsets later on.

Snow woman, climbing the wind.
Blue light of winter fills her baskets.
Changing woman, dance on the weather lightening and feather mark her trail

Life lovers, splitting the worlds.
Healing the broken and the lame.
Reach out to me, give me your hand
We close the circuits of time

Angel ranger, stay here by me.
Guide my transmission of energy.
Oldest religion simple and clear.
Pour out a lesson into our dreams

Eagle man, climbing the skies.
Red light of evening falls like rain.
Rainbow's my yarn the sky is my loom
I will weave sunsets later on


~ Mari Boine




Hier gehts zum Lied...



~~~~~~

Sonntag, 13. März 2011

Ohrmuschel




~~~~~~

Innehalten




Wie können Menschen behaupten, es gäbe in unserer modernen Welt keine Wunder mehr?! Täglich geschehen sie, grosse und kleine. Man muss nur hinschauen und sie sehen.

Denn wie könnte man es beispielsweise anders als ein Wunder nennen, wenn zwei Menschen sich in einander verlieben und und sich für ein Zusammensein, einen gemeinsamen Lebensweg entscheiden - und den auch Tag für Tag zusammen gehen. So unglaublich viele Faktoren und Momente müssen zusammenkommen, damit diese Realität möglich werden kann. Dass da zwei in ihren Gedanken und in ihrem Herzen die ganze Zeitspanne von einem Tag bis hin zu einem ganzen Leben sehen und für sich entscheiden, ja mit dieser einen Person kann ich mir das vorstellen, will ich das, freu ich mich darauf.

Und umso schwieriger, wenn es ein Fast-Wunder ist, wenn es fast stimmt, wenn sich alle Puzzleteile bis auf ein einziges zusammenfügen, so viel so sehr stimmt und doch nicht ganz passt, weil es bei der Möglichkeit, beim Potential bleibt und nicht gelebte Realität wird.

Die Leichtigkeit, die Lebendigkeit, das Vertrauen, das Gefühl, an- und heimzukommen... das ist doch, was wir suchen. Und wenn wir es gefunden haben und daraus keine Liebesbeziehung wird, dann ist es verdammt schwierig, das Gute wieder loszulassen. Und so wird auch das Loslassen zum Wunder. Denn es ist nur zu einfach, aus Angst, Trauer und Trotz in einer Endlosschlaufe festzuhalten, dort zu verweilen, wo alle Hoffnung greifbar möglich war und dort zu verbittern, weil sie es nun nicht mehr ist.

Und darum wird es schliesslich auch zum Wunder, wieder zulassen zu können. Wieder zu vertrauen, wenn man einen Menschen treffen wird, mit dem es sich erneut leicht und lebendig anfühlt. Über seine Erfahrungen und Erinnerungen hinwegzusehen und auf die Hoffnung, die Möglichkeit zu bauen, dass es diesmal nicht nur fast, sondern ganz stimmen könnte. Stimmt. Dass die Liebe diesmal da ist, um zu bleiben.



~~~~~~

Cinema

Nun habe ich es fast 29 geschafft, Emily Brontës Meisterwerk "Jane Eyre" NICHT zu lesen. Zu niedergschlagen, dunkel und hoffnungslos schien mir die Geschichte immer, wenn jemand seine meist gequälten Gymererinnerungen auspackte. Doch jetzt kommt eine neue Verfilmung ins Kino, die viel verspricht (nicht zuletzt, dass Miss Eyres Hölle, wie schlimm sie auch immer sein mag, in nur zwei Stunden vorbei ist).

Ich glaube, diesmal wag ich mich... *Schultern zurück, Kinn hoch, los*... und schliesse diese für eine ehemalige Englischliteraturstudentin schamvolle Bildungslücke ein und für alle mal.




~~~~~~

Samstag, 12. März 2011

Ohrmuschel




~~~~~~

In Gedanken





Dich schreiben


Schreiben, dich schreiben, dich malen. Dir ins Haar flechten all die ungesprochenen Worte, aufgehängt in der Luft, in der Zeit, im Zweig gelber Blüten, deren Schönheit mir den Atem raubt, wenn ich allein, in Gedanken, die Strasse durchschreite. Eine Erklärung finden für das Geheimnis, den exakten Moment der Entdeckung, für die Liebe, für das Pressluftgefühl im gebogenen Körper, für das berstende Glück, das  mich zu Tränen erschüttert, mir die Augen rötet, die Haut, die Zähne, wenn ich Blume werde, Kletterpflanze, Burg, Gedicht unter deinen Händen, die mich streicheln und entblättern, mir die Worte entreissen, mich von innen nach aussen kehren, und wenn meine Vergangenheit sich ergiesst, meine glückliche Kindheit, die Erinnerung, die Träume, das Meer, das brausend gegen die Jahre schlägt, immer herrlicher und höher, herrlicher und höher. 

Wie kann ich die Freude fassen, sie hoch schwingen lassen in der Hand, sie dir ins Gesicht schleudern wie eine glückliche Taube, die ausfliegt und Land sucht nach dem Regen, wie kann ich dich entdecken in den verborgenen Dingen, dich aufsaugen wie Löschpapier, mich verlieren, uns verlieren, wie an dem Morgen, als wir uns schlaftrunken liebten, im Schweiss und Geruch unserer Körper noch feucht von der salzigen Nacht, als wir uns salbten in Liebe, sie auf dem Boden vergossen in grossem gewaltigen Lachen, eintauchten in die Liebe und uns dann, mit dem Rest, der noch blieb, lange in Liebe uns duschten.


~ Gioconda Belli





~~~~~~

Freitag, 11. März 2011

Kulinarisches


Rhabarberkompott

600 g Rhabarber (saisonal frisch von hier oder gefroren)
1 Apfel, geschält und gewürfelt
1 Handvoll Sultaninen
Rohrzucker nach Geschmack
Vanille nach Geschmack
Honig


Alles in eine Pfanne schmeissen und mit ein wenig (!) Wasser weich köcheln. In einem schönen Glas aufbewahren. Portionenweise aufwärmen und mit einem grosszügigen Löffel Honig verfeinern. 

Rhabarberkompott passt gut zu Pfannkuchen, Müesli, Reispudding, Brot und Butter, Vanille Glacé, Kuchen (vielleicht nicht gerade in der Fastenzeit!!!)... bei genauerem Nachdenken passt Rhabarberkompott eigentlich zu fast ganz allem. *grins*

Bon app!







~~~~~~

Donnerstag, 10. März 2011

Dessertträume


Die Sache ist die. Ich mag Süsses... und wer hier regelmässig reinschaut, hat das vielleicht scharfsinnigerweise schon selber bemerkt *grins*.

Doch in sechs Wochen ist Ostern und jetzt ist Fastenzeit. Zeit des Verzichts. Ein Begriff, der nicht in unsere Gesellschaft passt. Wir hier haben alles, mehr als alles, wir haben solche Mengen von allem, dass wir nicht mehr wissen, wie damit umzugehen. Deshalb habe ich verwöhnte Westlergöre beschlossen, bis Karfreitag auf Desserts zu verzichten. Kein Ovischoggidinkelpufferschnitten, keine Glacé, keinen Kuchen, nicht mal getrocknete Früchte. Nix.

Nun ist das objektiv gesehen ja nicht gerade ein essentieller Teil meines Lebens. Keiner stirbt, wenn er auf Süsses verzichtet - nicht mal ich (ha!). Doch ich bin gespannt, was passiert, wenn mir diese kleinen Momente des Michselberverwöhnens nicht mehr zur Verfügung stehen. Was werde ich tun?

Was würdet ihr tun? Und was wäre euer Gebiet des Verzichts, wenn ihr osterfasten würdet?




Das letzte Dessert vor der grossen Pause war übrigens ein Rhabarber Crumble nach dem Rezept von Tibits. Dieser Crumble macht glücklich (wirklich!)... so glücklich, dass es schon mal vorkommen kann, dass man irgendwo mit einer Schale davon sitzt, geniesst und happy vor sich hinsummt.


Crumble
(direkt aus der Tibits-Küche)


100g Vollkornbiskuits
30g Baumnüsse
1 EL feiner Rohrohrzucker
5 EL Rapsöl

400g Beeren oder Früchte (frisch oder tiefgekühlt)
100g Kirschen oder Beerenkonfitüre
150g Knuspermüesli, ungezuckert
4 EL Rohrohrzucker
1-2 EL Rapsöl



1 Vollkornbiskuits mit den Baumnüssen im Blitzhacker fein mahlen. Zucker und Öl beigeben und gut mischen, dann gleichmässig auf dem Boden einer Gratinform (ca. 15x20 cm) ausstreichen.

2 Die Beeren oder Früchte putzen und verlesen; tiefgekühlte Ware etwas auftauen lassen. Vorsichtig mit der Konfitüre vermischen und auf dem Bröselboden verteilen.

3 Alle weiteren Zutaten in einer Chromstahlschüssel gut vermischen, bis eine kompakte Masse entstanden ist. Diese über Beerenmasse verteilen.

4 Im vorgeheizten Ofen bei 180° 25-30 Minuten goldbraun backen. Lauwarm in verantwortlichen Mengen geniessen.







~~~~~~

Have a lovely Eve!





~~~~~~

Passt!



Es muss wirklich noch einmal betont werden, dass rot, weiss und schwarz (oder in diesem Fall marineblau) wirklich alles, aber auch alles können. Und dann noch Streifen, Knöpfe auf der Schulter und ein Stöffchen, das einem das Gefühl vermittelt, man kuschle den ganzen Tag im Bett... ein echter Gewinner dieses Outfit.

Wo das her ist?

Nun, der Gürtel entstammt einem Jagdzug auf Ricardo, der Rest von den Schweden (deren Abteilungsgeheimtipp schlechthin ist übrigens die Mama-Mode. Die werdenden Mütter erhalten dort nun wirklich die allerbesten Kleider zur Auswahl - Gemütlichkeitsfaktor garantiert. Das lässt sich diese Noch-nicht-Mama hier natürlich auch ganz gern gefallen *grins*).






~~~~~~

Glück ist ...

... Arm in Arm zu liegen und einander leise Dinge ins Ohr zu flüstern.




~~~~~~