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Donnerstag, 30. August 2012

Im Visier



Es gibt fast niemand, der nicht schon mal die Rescue-Tropfen von Bach in einer brenzlichen Situation eingenommen hat, um seine franseligen Nerven zu beruhigen, stimmts?! Ich kannte die Blütentropfen vor allem durch meine Tante, die sich vor Jahren mit ihnen intensiv auseinandersetzte. Benutzt ihr persönlich Bachblüten? Oder sind sie euch ein wenig zu touchy-feely?

Für das Bieler Tagblatt habe ich recherchiert, was eigentlich genau in den beliebten Mischungen steckt, welche die Wissenschaft als wirkungslos bezeichnet - und die doch so oft auf ganz eindrückliche Weise wirken. Steckt in den Blütenwassern mehr als nur ein Placeboeffekt? Lest mehr darüber hier (den Artikel einfach durch anklicken auf Originalgrösse optimieren)...




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Mittwoch, 16. Mai 2012

Innehalten

(Bild via Pinterest)


Meine schlimmste Angst war immer, mein Herz hinter einer einsamen Mauer zu schützen, anstatt furchtlos zu leben. Lieber tausend mal auf die Fresse fallen, mich schürfen, schmerzen. Lieber tausend mal mich aufrappeln, die Stücke meines Traumes zusammensuchen, sie heilen, alleine weitergehen und wieder Hoffnung finden. Immer wieder Hoffnung finden, braucht Energie, braucht den Willen zu glauben, wo lauter Gegenbeweise der Vergangenheit einem ins Gesicht lachen und sagen: Gib auf. Versteck dich. Bleib alleine. Sei sicher.

Nun. Ich bin kein mutiger Mensch. Ich habe vor vielem Angst, ich mache mir andauernd Gedanken, hinterfrage und stehe mir vielleicht auch manchmal im Weg.

Aber eines habe ich immer gewusst, auch dann wenn ich nur noch hätte schreien können, weil es so weh tat und ich weg aus meiner Haut, aus diesem scheinbar ausweglosen Moment wollte: Ich wusste, dass ich die Hoffnung nicht aufgeben wollte, dass es besser wird, nein, dass es wunderbar werden wird. Irgendwo hinter der Biegung meines Weges, von dem ich nicht weiss, wo er hinführt.

Der Glaube, mein Glaube, an das Gute, an Wunder, an das Licht, die Liebe und den Schutz eines Gottes, der für mich immer da ist, auch wenn ich manchmal lange nicht mir ihm rede und ihn oft nicht verstehe... dieser Glaube hat mich nie verlassen. Ich habe ihn nie verlassen.

Ich brauche keine Beweise. Ich vertraue auf mein Gefühl, meinen Weg, und diese Hoffnung, die in mir brennt und mich das Gute sehen und feiern lässt, wo immer ich es finde. Ich vertraue darauf, dass dieses wundersame, wunderbare Leben ein grossartiges Abenteuer ist, das mich auffordert, der beste, vollste, echteste Mensch zu sein, den ich sein kann. Mit überfliessendem Herzen, offenem Geist und einer unerschöpflichen Sehnsucht, die mich nie stehen bleiben, sondern mich mein Zuhause im Unterwegssein finden lässt.



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Dienstag, 29. November 2011

Im Visier

 (Bild via We heart it)


Auf dem Nachhauseweg steht auf einmal eine Krähe vor mir. Langsam gehe ich auf sie zu, gebe ihr Zeit, wegzufliegen. Sie bleibt am Boden stehen, schaut mich ruhig an. Etwas stimmt nicht. Etwas stimmt mit der Silhouette ganz und gar nicht. Und da sehe ich, diesem Vogel fehlt der Schwanz.

In mir zieht sich alles zusammen. Die Krähe bewegt, was einmal Federn waren und sich jetzt nur noch als kleiner Knochenfächer spreizt. Dieser Vogel wird nie mehr fliegen. Wir stehen vor einander. Ich regungslos, sie trippelt wie ein altes Tantchen hin und her. In den Bäumen krähen die Kollegen von oben herab. Der kleine Matze neigt seinen Kopf und antwortet verstohlen, so als dürfe ein halber Vogel keine ganzen Laute mehr von sich geben.

Ich kann nicht einfach weitergehen - die kleine Krähe ist hilflos wie ein junges Hühnchen. Hat sie schmerzen? Wie fühlt sich ein Vogel, der nie mehr fliegen wird? Während ich mein Handy zücke, um dem Tierspital anzurufen, läuft eine ältere Dame an mir vorbei, packt die Krähe selbstverständlich auf ihren Arm und deutet mir, aufzuhängen.

Das sei ihr Vogel. Sie sei eine Tierheilerin und habe ihn vor Tierquälern gerettet, sagt der Mann neben ihr. Nicht weglaufen, schilt sie das Federhäufchen in ihren Armen und stellt es neben sich wieder auf den Boden. Zutraulich stochert die Krähe neben ihrer Retterin zwischen den Pflastersteinen nach etwas Interessantem.

Ich laufe weiter und denke über Wunder nach und über das Helfen und darüber, dass man auch nach schlimmen Schicksalschlägen gute Gründe zum Weiterleben finden kann. Die kleine Krähe ist der beste Beweis.


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