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Mittwoch, 28. September 2011
Innehalten
Einander zum Brot werden
Unser tägliches Brot gib uns heute, kann übertragen so heissen:
Anerkennen, die Einmaligkeit des anderen schätzen, seine Stärken sehen, ihn loben, ihm ein Danke sagen. Geduld haben, sich Zeit nehmen, dem anderen zuhören, den anderen ertragen. Vergeben, den ersten Schritt zur Versöhnung wagen, sich entschuldigen, nichts nachtragen, miteinander neu beginnnen, täglich.
Einsamkeit überwinden, auf den anderen zugehen, einen Besuch machen, einen Brief schreiben, ihn zu einem Kaffee einladen. Verstehen, zum anderen Ja sagen, seine Not mittragen, ihn nicht ausnützen, seine Schwächen akzeptieren.
Freude bereiten, freundlich einen guten Tag wünschen, einem anderen zulächeln, ihm ein gutes Wort sagen, den anderen mit Blumen, ihm wörtlichen Sinn und auch im übertragenen Sinn, überraschen. Mut machen, einen Ausweg eröffnen, dem anderen sagen: Ich mag dich, ihm eine Chance geben, ein paar Schritte mit ihm gehen.
Dieses tägliche Brot gib uns heute und morgen.
Pater Hans Wallhof
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Donnerstag, 30. Juni 2011
Unterwegs in Marakkesch No.4
Wir hatten alle keine genauen Vorstellungen von Marakkesch. Nur vage Aladdinfantasien von lauen Nächten und Jasminduft, Schatzjägertouren durch den Souk und sonnendurchwirkten Liegestuhlnachmittagen. Uns einte jedoch alle diesselbe Frage, wie wir uns als Frauen in dieser muslimischen Männerwelt bewegen würden. Würden wir bedrängt oder ignoriert? Sollten wir uns besser bedecken oder war in dieser Touristenhochburg alles erlaubt? Würden wir die Medina alleine durchstreifen können?
Ein Spontantrip mit einem Dahergelaufenen in eine Gerberei und anschliessenden Berberteppichhinterzimmerverhandlungen später war klar, es geht und frau kann. Die langen Sommerröcke und leichten Tücher dienen dabei eher der eigenen Körperklimatisierung als der geforderten Sittsamkeit. Es gibt durchaus auch Menschen, die Knie und Schultern freizügig zur Schau stellen (und sich dabei zum Teil leuchtende Sonnenbrände holen). Alleine oder zu zweit, unser Mädelsgespann hat während der Entdeckungsreisen eine Menge netter Bekanntschaften geschlossen, freundliche Gespräche geführt, gelacht und gehandelt - ohne dabei jemals bedrängt worden zu sein.
Ob Mustafa, der junge, schöne Taschenhändler oder der Typ um die Ecke, der für meine Kollegin gleich vier seiner Cousins in die Souks schickte, um die Spezialgläser zu finden, die sie suchte... die Marakkescher sind echt zuvorkmmend!
Mehr Bilder gibt es hier , hier und hier.
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