Posts mit dem Label Offenheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Offenheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 21. Mai 2012

Auf der Suche nach Inspiration

(Bild via Pinterest)


Ist es nicht immer wieder interessant, wie man sich aus einer langen Konversation genau die paar Augenblicke herauspicken kann, die einen an Vergangenes erinnern? Und dann zermartert man sich an diesen Momentaufnahmen sein Hirn und fragt sich, ob das nun die innere Stimme der Wahrheit ist oder die der Angst.

Wie einfach es ist, genau hier zu verharren mit seinen Gedanken, die sich jagen und der Ungewissheit, die nur hat, wer sich in sich selbst verschliesst.

Dabei könnte man ja seine Hand ausstrecken, seinen Mund auftun, sein Herz in seine Hände nehmen und aussprechen, was einen plagt. Wahrheit, was auch immer sie sein mag, ist nie so erdrückend, wie der Film noir im Kopfkino. Und oft genug ist es das, genau das und nur das - ein Film, der in Gedanken läuft, sich aufbläst, einen einnimmt und vergessen lässt, dass die Welt da draussen dabei doch manchmal voller Rosen und Vögel und guter Nachrichtten auf frischen Morgenwinden ist.

Sich zu öffnen und Hilfe beim Lösen des Gedankenätsels zu holen... eine gute Idee.




---------------------------

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Innehalten




Ist verletzlich zu sein etwas Schlimmes - oder das Beste, das einem passieren kann? Seit ich klein war, gab es immer wieder Lehrer, Freunde, Fremde, die mir sagten, ich sei empfindsam, gebe (zu) viel von mir, von dem, was mich ausmacht Preis, würde Menschen zu vertrauensvoll an mich heranlassen und könne mich zu wenig von der Aussenwelt schützen. Nun, diese Menschen haben Recht. Aber ihre Kritik, oder sagen wir, ihre Versuche, mich vor den Konsequenzen zu schützen, haben etwas Essentielles verkannt: die Kraft, die von einem verletzlichen Menschen ausgeht und seine Gabe, echte, authentische, wahre Beziehungen zu anderen Menschen (und sich selbst) einzugehen.

Offen zu sein, verletzlich zu sein, heisst... wirklich zu sehen, wirklich zu fühlen, wirklich da zu sein, wirklich teilzunehmen, wirklich zu leben mit allem, was man ist.

Sich zu öffnen, birgt immer die Gefahr, getroffen und verletzt zu werden. Man kann dabei ziemlich auf die Fresse (entschuldigt) fallen. Oder man kann seine Unsicherheit mit Offenheit verwechseln - und dem Bedürfnis folgen, andere mit immer mehr Bezeugnissen von Verletzlichkeit dazu zu bringen, einen zu lieben, weil man im Innersten nicht daran glaubt, dass sich diese Menschen freiwillig und mit liebevoller Neugier Schicht für Schicht bis in den Kern seiner selbst vorwagen würden (was natürlich dazu führt, alle guten Geister zu vertreiben und die schlechten ein Schlachtfeld veranstalten zu lassen).

Wenn man offen ist, fühlt man den Schmerz in seinem Geist, seinem Körper und seinem Herz mit voller Kraft. Doch genau da liegt auch das grösste Geschenk der Verletzlichkeit. Denn sie lässt uns die Freude, das Glück, den Fluss des Lebens ebenso mit voller Kraft erleben und geniessen. Alles ist "mehr", alles ist "voller", wenn man es zulässt. Wer sich versteckt und verbarrikadiert, der stumpft ab. Im Guten wie im Schlechten.

Echt zu sein, verletzlich zu sein, heisst jedoch nicht, mit offenen Augen in jedes Messer dieser Welt zu rennen. Im Gegenteil: Als verletzlicher Mensch suche ich jeden Tag die Balance zwischen Geben und Nehmen. Ich öffne meine Augen, mein Hirn und mein Herz. Je mehr ich mich kenne, desto besser finde ich meinen Weg im Leben, desto besser kann ich wählen, was ich will und was mir gut tut. Auch wenn ich deswegen ab und zu unterwegs literweise Tränen, Trauer und Verzweiflung durchlebe – sie helfen mir, die Dinge loszulassen, die mich ultimativ davon abhalten, meine Herzenswünsche in vollster Lebensfreude zu leben.


Ich wähle, mich am Leben zu erfreuen. Gerade, wenn es mich testet, ob ich das wirklich will.

Ich wähle, mich überraschen zu lassen und zu vertrauen. Auch wenn ich am liebsten alles gleich hier und jetzt "fixen" würde.

Ich wähle, im Zweifelsfall nicht der Logik, sondern meinen Gefühlen zu folgen.

Ich wähle, Freundschaften zu beenden, die mich belasten.

Ich wähle, Beziehungen zu pflegen, die mein Herz singen lassen.

Ich wähle, mich nicht verrückt zu machen, wenn mir scheinbar alles genommen wird, was ich mir von Herzen wünsche.

Ich wähle, ohne Gewissheit zu lieben und zu hoffen, wenn es sich richtig anfühlt.

Ich wähle, mich der Führung meines lieben Gottes anzuvertrauen (auch wenn der manchmal schweigsamer ist als mein Vater und mein Bruder zusammen).

Ich wähle, mir jeden Tag das Herz zu fassen, mein vollstes, echtestes, einigartigstes ich zu sein.

Ich wähle, mir zu verzeihen, wenn ich es mal nicht schaffe.



Hier eine interessante Rede zu genau diesem Thema von Brené Brown. Enjoy!



---------