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Sonntag, 5. Juli 2009

Begegnungen

(Bild via Flickr)

Die Prinzessin und der Frosch

Auf dem Heimweg von meinem Geburtstagsessen mit Freunden im Nooch und gemütlichem Sein in der Turnhalle, bin ich in meiner Strasse einem Frosch begegnet. Er hüpfte vor mir über den nächtlichen Fussgängerstreifen und wusste dann nicht so recht wohin des Weges. Unschlüssig blieb er stehen und ich mit ihm.
"Küss ihn doch, vielleicht ists ein Prinz!",
rief ein Typ von der Quartierdisco nebenan herüber. Gelächter. Nun ja, Männermangel hin oder her, küssen mochte ich ihn nun doch nicht gerade... aber ihn einfach so seinem Schicksal überlassen?

Kurzentschlossen packte ich ihn in meine Geschenktüte und setzte ihn um die Ecke an einem ruhigeren Plätzchen wieder aus. Lange liess er sich Zeit, bis er seinen Kopf aus der Tüte streckte und dann vorsichtig heraus und unter ein Blatt hüpfte.

Kleiner Frosch, ich hoffe, dir gefällt dein neues Zuhause...

Freitag, 17. April 2009

Geschichte Nr.2

Entschuldigt bitte meine kurzangehaltenen Posts, mein Leben fordert mich im Moment gerade an allen Fronten - gibt viel aber fordert noch mehr - und dann reicht es manchmal nicht mehr für philosophische, geistreiche, überraschende Ein- und Ansichten.

Hier jedoch meine zweite Geschichte (die englische Übersetzung folgt, wenn ich wieder Musse zum Übersetzten habe. Sorry). Sie entstand bei einem höchst interessanten Emailwechsel (ja, mein Leben ist schreiben, schreiben, schreiben *zwinker*), mit der Heraus- und Aufforderung, ein Bild auszuwählen und eine Geschichte darüber zu schreiben...


Schattenschwestern
Vor langer Zeit, als er noch ein junger Mann war, ihn die Gelenke beim Aufstehen aus tiefen Sesseln nicht schmerzten und sein Spiegelbild nicht angefangen hatte, sich vor seinen Augen langsam und unmerklich zu verändern, bis er schließlich Morgen für Morgen einem alten Mann gegenüber stand... als er also noch jung war, da führte ihn sein Beruf für eine schwüle Sommerwoche in eine fremde Stadt. Die Tage zerronnen in einem dunstigen Nebel aus Schweiß und Stress; Klimaanlagen gab es noch nicht. Die fremden Leute mit ihren fremden Stimmen in ihren fremden und doch langweilig vertrauten Büros, die blonde Sekretärin (wieso Sekretärinnen immer und überall blond waren, wo er auch hinging, wusste er heute noch nicht) waren ihm bekannt auch wenn er sie alle nicht kannte. Ein weiterer Aufenthalt in einer langen Reihe von Aufenthalten in ungezählten Städten und Büros. Anfangs hatten jede Stadt, jedes Hotelbett, jede Firma und jeder, der ihm die Hand schüttelte, noch ihre ihnen eigene Fremdheit besessen. Doch irgendwann, als er aufgehört hatte, zu zählen wer, wo, wie und wie viel, war das Fremde zusammengeschmolzen. Alles dasselbe. Alles schon gesehen. Man könnte auch sagen, die Situation fing an, ihn zu langweiligen. Da saß er also nun in dieser Stadt, deren Namen er sich nicht gemerkt hatte, weil er nicht wichtig war und arbeitete und schwitzte und freute sich darauf, im Hotel in ein frisches, von der Hitze noch nicht verwelktes Hemd zu schlüpfen und in der Bar ein kühles Bier seine vom Telefonieren und Konferenzieren, nicht zu sprechen von der Hitze ausgedörrten Kehle hinab rinnen zu lassen. Der Gedanke fühlte sich wohlig an. Er war schon verdammt bescheiden geworden. Ein Hemd und ein Bier. Waren das seine Ansprüche ans Leben?


Abends, er hatte sich soeben das erwähnte Hemd angezogen, fiel sein Blick aus dem Hotelzimmerfenster. Sie waren heute, an seinem letzten Tag in dieser Stadt, gut voran gekommen und waren früher fertig geworden, als geplant. Durch das Fenster sah er, wie die Abendsonne die gegenüberliegende Häuserzeile golden anschien. Er schloss die Gürtelschnalle, steckte ein paar Scheine ein und machte sich auf in Richtung Hotelbar. Sie war, wie sie jeden Abend dieser Woche gewesen war (wie alle Hotelbars dieser Welt, egal wie prunkvoll oder schäbig sie sich gaben, waren): etwas düster und mit einer Prise abgelöschter Resignation. Man war niemals dort, weil man dort sein wollte, sondern weil man zwischen zwei Destinationen in einer langen Reihe von Destinationen gestrandet war.

Heute nicht. Er drehte sich um, durchquerte die Hotellobby und ging durch die sich ihm öffnende Türe hinaus in die fremde Stadt. Er konnte sich nicht erinnern, wann er dies zum letzten Mal getan hatte. Orte bestanden hauptsächlich aus Konferenzzimmern, Hotels und Bahnhöfen oder Flughäfen. Er orientierte sich nach der Sonne, die ihre brutale Brennkraft des Tages abgelegt hatte und ihre Strahlen jetzt mild und liebkosend auf Häuser und Menschen legte. Er bewegte seine Schultern, schüttelte die Knoten aus den Muskeln und lief los ohne Absicht und Plan. Seine Schritte verlangsamten sich unbemerkt zu einem Schlendern, als er anfing, die Menschen um ihn herum zu beobachten, die Gebäude anzusehen, die Gerüche und Geräusche wahrzunehmen. Die Atmosphäre rund um ihn war lebhaft aber ungehetzt. Er ließ sich treiben und hielt nur kurz an, um die Ärmel seines Hemdes hochzukrempeln und den obersten Knopf zu öffnen - zugeknöpft passte einfach nicht an diesen Ort.

Das erste, was seinen Blick anzog war nicht sie, sondern die Farbe. Rot war das Gebäude - auf eine herausfordernd lebendige Weise. Da wo er herkam aber schon lange nicht mehr gewesen war, hielten sich die Häuser dezent im Hintergrund. Dieses Haus hier jedoch war ein optisches Ausrufezeichen, das den Blick in seinen Bann zog ohne zu fragen. Er lächelte ein wenig. Er mochte dieses Haus. Er würde es sich merken und es nicht im Sumpf seiner Eindrücke der "Fremde" verlieren.

Er wollte schon wieder weitergehen, um sich endlich ein Bier zu genehmigen, als er sie bemerkte. Sie schien in Gedanken versunken. Oder wartete sie auf jemanden? Vorsichtig ließ er seinen Blick über die junge Frau gleiten - von ihren nackten in Sandalen ruhenden Füssen über die leicht gebräunten Beine, die in einem schwarzen, schlichten Kleid verschwanden, welches ihre Figur komplimentierte aber die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht von ihr ablenkte. Ihre Arme waren verschränkt, die braunen Haare umspielten die Schultern. Sie war, im Gegensatz zum roten Haus neben ihr, kein Ausrufezeichen. Vielmehr war es ihre Stillheit, dieser lange Moment des sich nicht Bewegens, die seinen Blick fesselten. Oder vielleicht auch, weil er ihr Gesicht nicht sah. Sie stand mit dem Rücken zu ihm - sie und ihre beiden Schattenschwestern, die mit ihr warteten. Die beiden dunklen Umrisse standen neben ihr an den roten Wänden des Hauses im Profil, schlank und klar. Er war bezaubert. Hätte nicht gedacht, dass er der Typ zum Bezaubert Sein wäre. Doch hier stand er und bewegte sich ebenso wenig wie die Fremde und ihre beiden Schatten vor ihm.

Sollte er sie ansprechen? An diesem Abend schien alles möglich. Was würde er ihr sagen... Sich von hinten nähern und fragen, darf ich dein Gesicht sehen? Sie würde schreiend davon rennen. Wie heißen du und deine beiden Schwestern? (Hier würde er mit der Hand zum roten Haus deuten und versuchen, charmant zu lächeln.) Blödsinn. Sie sprach wahrscheinlich sowieso keine Sprache, die er auch verstand. (Bisnis Inglisch is for Bisnis.) Nicht dass dies nötig gewesen wäre - die Form ihres Körpers, die Linie ihrer Haltung, die Stille, die sie ausstrahlte, bedurften keiner Worte. Er schloss die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren. Er würde keine romantischen Höhenflüge wagen, sondern sie einfach fragen, welches Restaurant empfehlenswert war, wie man dahin kam und ob sie nicht ein Gericht und eine Flasche Wein mit ihm teilen wollte. Er holte tief Luft, öffnete seine Augen wieder und marschierte los.

Doch seine junge Schöne und ihre Schwestern waren nicht mehr da. Sein Puls schnellte noch, seine Muskeln spannten sich. Weit konnte sie nicht sein. Er hatte die Augen bloß einen Augenblick geschlossen. Doch die drei Sirenen blieben verschwunden, so sehr er sich auch umschaute.

Enttäuschung, Erleichterung und eine unerklärliche Sehnsucht machten sich breit in ihm. Er setzte sich auf den ersten freien Stuhl, bestellte ein Bier und betrachtete das rote Haus noch einmal in Ruhe.


(Bild: Carrothead)

Mittwoch, 25. März 2009

Geschichten / Stories

Als neustes Experiment und Ergänzung dieses, meines, Blogs, werde ich versuchen, jede Woche eine Kurzgeschichte zu schreiben. Gerne nehme ich Themenvorschläge oder kreative Herausforderungen von euch an.

Und hier die erste Geschichte, "Venedig sehen und sterben".

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As the newest experiment and an addition to this, my, blog, I will try to write a new short story every week. I happily accept your suggestions and creative challenges for story topics.

And here the first story (below the German text), "To see Venice and die".

(Venedig/Venice, Oktober 2008)


Venedig sehen und sterben

Eine Frau und ein Mann gingen nach Venedig. Sie kannten sich noch nicht so lange, doch die Zukunft schien verheißungsvoll und voller Möglichkeiten. Sie hatten sich schon verloren und wieder gefunden und gemeinsame Stunden verbracht und sie vermisste ihn, wenn sie sich nicht sahen. Du bist so gut zu mir, sagte er immer wieder. Sie lachte und dachte, wie könnte ich anders. Als er zu ihr sagte, ich bin dein Freund, stolperte ihr Herz vor Freude. Und vor Angst. Das Potential dieser Worte, das Versprechen ihn ihnen schüchterte sie ein. Und dann gingen sie nach Venedig. Du solltest Ferien machen, hatte er fast beiläufig gesagt. Ich finde, wir sollten nach Venedig gehen. Venedig, das war ihr Traum. Der Nebel, die leeren Gassen und Brücken, die Melancholie. Sie hatte ihm von ihrem Wunsch erzählt, dorthin zu fahren einmal im November und dann nie wieder davon gesprochen. Und er hatte es sich gemerkt. Nun kauften sie sich zwei Fahrkarten und lachten und buchten ein Zimmer im schönsten und kleinsten Hotel der Lagune und freuten sich auf diese, ihre, Reise.

Und dann waren sie in Venedig, wo die Sonne golden schien und sie barfuss über den überfluteten Markusplatz wateten und unzählige kleine Gässchen einluden, sie zu erkunden und sich in ihrem Labyrinth zu verlaufen. Es war eine Stadt wie ein Traum. Ihr Traum. Doch das Herz der Frau war schwer, denn sie hatte nicht nur ihre Orientierung verloren, sondern auch den Weg zurück zu dem Mann, dem sie immer noch nicht gesagt hatte, wie sehr sie ihn mochte. Dem sie zuwenig vertraute, um ihm zu sagen, dass sie Angst hatte. Er war da und war nicht da und sie wagte nicht, die Karte zu lesen, weil vielleicht gar kein Weg mehr zurück führen würde.

Sie schwiegen beide und stiegen wieder in den Zug. Er war menschenleer. Sie schaute den Mann, der ihr gegenüber saß, an. Sie konnte sich alles mit ihm vorstellen. Ihre Zukunft. Ein ganzes Leben. Doch zuerst musste sie den Weg zurück finden. Sie hatte Angst. Er hatte ihr einmal gesagt, dass er nicht daran glaubte, dass das Glück von Bestand sei. Die Worte hatten sich in ihr Vertrauen geätzt. Und er schien so weit weg. Er schaute sie an und räusperte sich. Ich kann nicht mit dir zusammen sein, sagte er. Nicht atmen, nicht bewegen, nicht riskieren, ihre Atome in Schwingung zu versetzten und in einer Wolke auseinander zu fallen. Das Gewicht dieser Worte erdrückte sie. Da hielt der Zug an und wurde von Menschen überflutet. Sie stiegen zu und füllten die Wagen mit ihren Körpern, ihren Koffern, ihren Leben. Die Frau verschanzte sich hinter ihrer Jacke und sah der Landschaft zu, die an ihr vorbei flog und immer undeutlicher wurde. Still und leise weinte sie hinter ihrer Schutzmauer und bewegte sich nicht. Bis ihre Freundin anrief.

Die Frau implodierte. Explodierte. Fiel in Abermillionen von Atomen auseinander. Sie weinte, wie sie noch nie geweint hatte. Mit ihrem ganzen Herzen und ihrem ganzen Körper, haltlos und ohne Vorsicht. Die Leute im Zug waren still und schauten und dachten sich ihre eigenen Gedanken, die sich auf ihren Gesichtern widerspiegelten. Die Frau kümmerte sich nicht darum. Sie umschloss mit ihren Armen das blanke Loch in ihrer Mitte und versuchte, nicht daran zu denken, dass sie noch die nächsten fünf Stunden dem Mann gegenübersitzen würde, der sie soeben verlassen hatte.

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To see Venice and die

A woman and a man went to Venice. They hadn’t known each other for a very long time but the future seemed promising and lined with chances. They had lost and found each other again and spent time in each others lives and she missed him when he wasn’t there. You are so good to me he told her again and again. She laughed and thought that she couldn’t treat him any other way even if she’d wanted to. When he said, I am your friend, her heart stumbled in joy. And fear. For the potential, the promise of these words awed her. And then they went to Venice. You should go on a vacation he’d said casually. I think we should go to Venice. Venice… Venice was her dream. The fog, the empty lanes, the bridges, the melancholy. She had told him once of her wish to go to Venice in the dead of grey November and had never mentioned it again. He had remembered. And now they bought two tickets and laughed and booked a room in the loveliest and tiniest hotel of the city and looked forward to this, their, journey.

And then they were in Venice where the sun was shining golden and they waded barefoot over the flooded piazza San Marco and every little street begged to be discovered and get lost on the way. It was a city like a dream. But the woman’s heart was heavy because not only had she lost her orientation but also her way back to this man whom she had not yet told how much she cared for him. The man whom she did not trust enough to tell him how scared she was. He was there and he was not there and she was too afraid to read the map in case it would show her that there was no way back.

So they both were silent and got back on the train. It was empty but for them. She looked at the man sitting across from her. Everything seemed possible with him. Her future. A whole life. But first she had to find her way back. She was scared. He had once told her he didn’t believe that happiness lasted. His words had eaten away at her faith in him, in herself. And he seemed so far away. He looked at her and cleared his throat. I cannot be with you, he said. Stop breathing, stop moving, stop risk setting her atoms in motion and falling apart in a grey cloud. The weight of his words crushed her. Then the train stopped and was flooded with people. They boarded the wagons and filled them with their suitcases, their bodies, their lives. The woman barricaded herself behind her jacket and watched the landscape rush by and blurring slowly. Silent and still she cried behind her cover. Until her friend called.

The woman imploded. Exploded. Fell apart into millions of atoms. She cried like she had never cried before - with her whole body, without caution and without holding anything back. Pride did not matter. The people on the train were silent and watched and thought their own thoughts which were reflected on their faces. The woman did not care. With her arms she embraced the blank hole in her middle and tried not to think that for the next five hours she would still be sitting across the man who had just left her.

Montag, 23. März 2009

Die Sache mit dem Schlüssel



Ich bin grummelig und und versuche, es nicht zu sein und habe nicht gross Erfolg damit, was meine Stimmung auch nicht unbedingt weiter hebt. Schliesslich starte ich einen Versuch, von aussen gegen innen zu wirken, anstatt darauf zu warten, dass in mir plötzlich eine Sonne aufgeht. Ich sortiere meine dreckige Wäsche und entscheide mich, die schönen Unterhosen zuerst zu waschen. Soll ich mich so richtig anziehen, um in die Wäschküche zu gehen? Nach einigem hin und her ziehe ich ein Kleid, Strumfphose und Strickjacke an (wenn schon Wäsche waschen, dann gemütlich) und mache mich auf den langen Weg die vier Stöcke zur Waschmaschine hinunter. Das Wasser einlaufen zu hören, hebt meine Stimmung - so wenig braucht es, damit etwas geschieht, denke ich und gehe die (vielen) Treppenstufen wieder hoch mit einem Viertellächeln auf den Lippen. Ich liebe meine Wohnung, geht es mir, wie jedes Mal, durch den Kopf, als ich durch das Milchglas der Türe hineinschaue und den Türgriff nach unten drücke.

Die Türe geht nicht auf. Rüttel. Die Türe geht nicht auf. Schubs. Stoss. Polter. Die Türe geht immer noch nicht auf. Ich habe mich, unterwegs auf der Suche nach einer besseren Laune, aus meiner Wohnung ausgeschlossen. Ich glaube es nicht. Aber das nützt nicht viel, denn Nicht-Glauben macht die Türe auch nicht unverschlossener. Eine kaputte Haarnadel später ist klar, dass das Türen Aufbrechen fähigeren Leuten zu überlassen ist als mir. Mein Nachbar lacht, reicht mir das Telefon und braut mir einen Kaffee. Wir reden zum ersten Mal miteinander, seit er mit seiner Freundin vor einem Jahr eingezogen ist und beschliessen, unser Nachbarnsein bald einmal mit einem kleinen Umtrunk zu feiern.

Eine halbe Stunde später kommt der Schlüsselmann. Derselbe, der schon letzten Oktober da war, als meine Schlüssel aus dem Briefkasten gestohlen wurden. Wie gehts Ihrem Herz, frage ich ihn, als ich ihm die Türe öffne. Er erinnert sich auch und nimmt den leichteren Koffer mit. Drei Etagen und ein schwaches Herz. Beim letzten Mal war der schwere Koffer definitiv zu schwer. Oben gort der Schlüsselmann mit Folterinstrumenten im Schlüsselloch, federt mit Plastikpapieren wissend in der Luft, um abzuschätzen, welches er benutzen will, schiebt eines in den Türspalt und...voilà schon hat er die Türe aufgemacht. Ich bin gerettet - wenn auch nicht unbedingt mein Tag.

ENDE.

Übrigens, so viel Können seinen Preis. Wer überlegt, sich auch einmal an einem Sonntag in Bern aus der Wohnung zu schliessen, bedenke dies: Würdet ihr CHF 240.- nicht lieber anderweitig ausgeben?

So geschehen gestern, Sonntag, um 17.30 Uhr.


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I am grumbly and try not to be and don't have a lot of success with that which doesn't really lift my mood either. Finally, I decide to work from the outside inwards and not wait for the sun to rise inside my grumpy shell. I start sorting the dirty laundry and decide to wash the nice panties first. Should I get dressed completely just to go downstairs to the cellar? After some back and forth I put on a dress, tights, cardigan (IF I have to do the laundry then I want to do it at least in comfy clothes) and brace the long, long walk down four flights of stairs to the washing machine.

Hearing the machine go on and the water run puts me in an almost upbeat mood. It takes so little, I muse and walk upstairs again - with a quarter of a smile on my lips. I love my place, I think as I do every time I look through the opaque glass panels in my door and push the door handle downwards.

The door. Stays. Put. I push it harder. The door doesn't move a millimeter. Push. Shove. Shake. The door stays as it is. SHUT. I cannot believe that on the way to finding my good humor again I have locked myself out of my place. Not believing, of course, doesn't make the door any more un-locked. One mangled hair pin later it becomes inevitable that people more capable than I should take over. Only - my phone and my cellphone are on the other side of the closed door.

My neighbor from two floors down laughs, hands me the phone and immediately gets to work by making me a strong coffee. Sitting in his kitchen it is the first time we talk since he and his girlfriend moved in a year or so ago. He's a really nice guy and we decide spontaneously to celebrate our being neighbours with a glass of wine soon.

Half an hour later help arrives. Actually, it's the same guy who saved me last October when my keys were stolen out of my mail box. I open the door to let him in and ask about his heart condition. The last time he was here, he had the heavy toolbox with him and the three flights of stairs almost did him in. He laughs. He remembers. He brought the light toolbox this time. Upstairs, he takes out what look like to be torture instruments, does mysterious things to the keyhole, takes out plastic sheets of varying thinness and jiggles them expertly to see which one he needs. I am so fascinated that I almost forget, why he's, why we are here. At last he is satisfied with one of the sheets, inserts it magically between door and frame and a bat of an eye lash later the door opens with a click. Hurraj, I'm saved - although I cannot say the same about my day.

THE END.

By the way, such expertise has its price. If you're thinking about loosing your keys or locking yoursleves out in the near future consider this: wouldn't you rather spend the ensuing CHF 240.- in a different way?

Happened as told, Sunday, 5.30 pm.



(picture by Nathan Coley)